ZERBRECHLICHER PYRAMIDENBAU BEI »HEIMAT DER REKORDE«

By LauraKuchenbecker, 3. März 2021

Rohe Eier sind auch sinnbildlich sehr zerbrechlich. Denn eine durchschnittlich nur 0,4 Millimeter dünne und kalkhaltige Schale schützt das glibberige Innere. Daher sind die oval geformten Naturprodukte immer wieder zentraler Faktor in Weltrekordversuchen, häufig als Beweis für dosierten Kräfteeinsatz bei Kampfsport-Bruchtests. Thomas und Rosemarie Heumeier und ihre fünf Töchter aus dem niederbayerischen Massing (D)  haben jedoch einen anderen Plan mit den Erzeugnissen ihrer Hühner. Dabei kommt es zwar weniger auf die Schlagkraft an, trotzdem wird viel Druck ausgeübt: die Heumeiers wollen bauen, und zwar die »größte Pyramide aus rohen Hühnereiern«.

Hochstapelei oder Rührei? – Vorbereitungen für Rekordversuch laufen

Ein solches Bauvorhaben will gut geplant sein, obwohl der wichtigste Baustoff reichlich zur Verfügung steht: die hofeigenen Hühner der Heumeiers legen täglich 22.000 Eier. Diese werden üblicherweise an Supermärkte verkauft, und in Produkten verarbeitet, die im Hofladen verkauft werden. Der zu verbessernde Weltrekord kommt aus Russland, wo 48.000 Eiern verstapelt wurden. Die Heumeiers möchten den Weltrekord mehr als verdoppeln, 100.000 Eier sollen dafür aufeinandergeschichtet werden. Damit sie beim Schichten nicht auseinanderrollen, werden die Eier durch Eierkartons in Position gehalten. Dabei ist deren Anordnung eine Wissenschaft für sich. Platziert man die Eier in den Kartons mit der schmaleren Spitze nach unten, verkraften sie deutlich mehr Druck – eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Pyramiden-Bau.

Ein ausgeklügelter Plan für den Pyramidenbau

Die eigenen Räumlichkeiten der Heumeiers sind zu klein, so haben sie ihr Vorhaben in die 12 Meter hohe Halle eines befreundeten Hofes im 60 Kilometer entfernten Ortenburg (D) verlegt. Mit einem 20-köpfigen Helferteam soll geschichtet werden. Außerdem vor Ort ist das Fernsehteam von »Heimat der Rekorde« (BR, D) mit Moderatorin Claudia Pupeter und RID-Rekordrichter Olaf Kuchenbecker. Geplante Ausstrahlung des Bauvergnügens ist Montag, der 1. März 2021. Mit dem Zuschneiden der letzten Eierkartons wird die unterste Ebene der Pyramide gelegt. Diese ist besonders wichtig, denn sie wird zum Schluss ein Gewicht von fast fünf Tonnen tragen müssen. Mit dem Wachsen der Pyramide wird eine Brückenkonstruktion aus Paletten und Brettern notwendig, um weiter stapeln zu können.

Ein weiteres Problem: kein Ei gleicht dem anderen. Durch die minimal unterschiedlichen Größen sind nicht alle Ebenen gleich hoch, die Pyramide beginnt Wellen auszubilden. Vorsichtig werden Eier nachjustiert, bis sich ein gleichmäßigeres Bild bietet, was viel Zeit kostet. Nach fünf Stunden und 30 Lagen der Schock: erst entdeckt Claudia Pupeter einen Riss in einem Ei, dann macht die Pyramide mit Knackgeräuschen auf sich aufmerksam. Eile ist geboten bei der Fertigstellung der Pyramide. Nach 7 Stunden und 40 Minuten ist es so weit, die beiden letzten Lagen werden platziert. Feierlich legt Rosemarie Heumeier das letzte Ei auf die Spitze. Geschafft – oder doch nicht? Eine Minute lang muss die Konstruktion frei stehen, damit der Rekordversuch als erfolgreich gewertet werden kann. Rekordrichter Olaf Kuchenbecker misst.

Die letzte Minute – wird der Eier-Weltrekord nach Deutschland geholt?

Die Zeit ist um und die Pyramide steht! Sofort verkündet Olaf Kuchenbecker das Ergebnis der Prüfung: mit exakt 102.510 Hühnereiern, die in 67 Lagen 3 Meter hoch aufgeschichtet wurden, erzielen Thomas und Rosemarie Heumeier mit Familie und Helfern den Weltrekord für die nach Anzahl der Eier »größte Pyramide aus rohen Hühnereiern«. Nach dem erfolgreichen Weltrekord wurden die Eier zu Produkten verarbeitet, die dann im Hofladen der Heumeiers verkauft wurden.