QUICKBORNER PULVERISIERT KOKOSNÜSSE MIT ELLENBOGEN

By LauraKuchenbecker, 7. August 2020

Als Jens Gaude bei »RID-Rekorde brechen für Zuhause« im April 2020 seinen ersten Weltrekord erzielte, infizierte er sich eindeutig mit dem Weltrekord-Fieber. Auf einer Veranstaltung auf dem Gelände des SV Rugenbergen in Bönningstedt (D) nahm sich der Kampfsportler aus Quickborn (D) nun am 6. August 2020 seinen zweiten offiziellen Weltrekord vor. Eingeladen hatte Muhamed »Hammerhand« Kahrimanovic, der das Rekord-Institut für Deutschland auch mit der Rekordprüfung beauftragte. Kahrimanovic ist Kampfsportmentor und betreute Rekordjäger Gaude bei seiner Vorbereitung auf die sportliche Herausforderung als Trainer. Wie bereits im April stehen also erneut Ellenbogen und Kokosnüsse im Fokus.

Allerdings war dieses Mal weitaus mehr Stehvermögen gefragt, denn Gaude musste eine ganze Minute lang Kokosnüsse mit seinem Ellenbogen zertrümmern. Den bisher gültigen Weltrekord für die »meisten mit dem Ellenbogen zerschlagenen Kokosnüsse in einer Minute« hatte Edin Karajevic (BIH) 2017 mit 49 Kokosnüssen erzielt. Mindestens 50 der Steinfrüchte müssen demnach zerschlagen werden, um den Weltrekord nach Deutschland zu holen. Es stehen also für jede zu zerschlagene Nuss lediglich sportliche 1,2 Sekunden zur Verfügung. Ein ehrgeiziges Ziel: »Damit die Aktion spritzig und spektakulär aussieht, ist vorher ein anspruchsvolles Training erforderlich«, sagte Kahrimanovic, der bereits selbst zahlreiche RID-Weltrekorde aufstellte.

RID-Rekordrichter Olaf Kuchenbecker war in Bönningstedt, um den Weltrekord persönlich vor Ort zu prüfen. Bereits vorher war Fingerspitzengefühl gefragt, als Kuchenbecker jede der 90 aufgereihten Kokosnüsse gründlich auf ihre Unversehrtheit hin überprüfte. Drei der Nüsse waren beschädigt. Daraufhin wurden sie von der Rekordwertung ausgeschlossen und ans Ende der langen Nussreihe verbannt. Zu diesem Zeitpunkt schien es unwahrscheinlich, dass sie beim Rekordversuch noch zum Einsatz kommen würden.

Bei sommerlichen 30 Grad im Schatten versammelten sich zahlreiche Zuschauer zur Unterstützung des Rekordanwärters. Unter ihren Anfeuerungsrufen pulverisierte der 51-jährige eine Kokosnuss nach der anderen. Obwohl ihm die Anstrengung deutlich anzusehen war, ließ Gaude nicht locker und hielt seine hohe Schlagfrequenz durch, bis am Ende der Reihe die letzte der 90 Kokosnüsse zerschlagen war. Nach Ablauf der Zeit machte es Rekordrichter Kuchenbecker dann spannend, bevor er das Ergebnis verkündete. Obwohl die drei disqualifizierten Kokosnüsse nicht gewertet wurden, verbesserte Jens Gaude den vorherigen Weltrekord sehr deutlich auf 87 regelgerecht zerstörte Steinfrüchte. Sichtlich erfreut nahm der Kampfsportler seine RID-Rekordurkunde in Empfang. »Bei einem Weltrekordversuch bin Ich in einem absoluten Tunnel und konzentriere mich nur auf meine Kraftleistung. Alles andere muss ich dabei ausblenden«, so der frischgebackene zweifache Weltrekordhalter.

Auch in Zukunft wollen »Hammerhand« und »stählerner Ellenbogen« ihre Zeit in die Rekordjagd investieren und suchen bereits andere besonders harte Objekte, die sich für zukünftige Bruchtest-Weltrekordversuche eignen.

Fotos: Johanna Reumann